New Orleans und Voodoo

Voodoo hatte schon immer etwas Mysteriöses, und bereits während des letzten Jahrhunderts zog es viele Reisende nach New Orleans, nur um die damalige Voodoo - Queen Marie Laveau ( Voodoo basiert übrigens auf den Prinzipien eines Matriarchats ) aufzusuchen. Obwohl auf afrikanischen Traditionen beruhend, huldigten bereits damals auch viele Weiße diesem Kult.
Voodoo kommt ursprünglich aus dem Königreich Dahome ( heute Benin ) und war die Religion der dort lebenden Bevölkerung. Die Religion hatte mehrere Götter, wobei einer der Hauptgötter "Zombie" war, der auch "Damallah" genannt und als riesige Python dargestellt wurde. Die Dahome glaubten, dass die ersten Menschen blind waren und erst die große Schlange Ihnen die menschliche Sehkraft verlieh. Daher ist der Schlangenkult bei den Voodoo - Zauberern von erheblicher Bedeutung.
Die Dahomes waren im 17. und 18. Jahrhundert bekannt dafür, dass sie Sklaven an die Franzosen verkauft haben, die dann in die amerikanischen Kolonien verschleppt worden sind. Auf diese Weise gelangte der Voodoo - Kult bis nach Haiti auf die französischen Zuckerrohrplantagen. 1717 wurden dann etwa 3.000 Sklaven von Haiti nach Louisiana gebracht. Die dadurch ausgelöste Ausbreitung des Voodoo - Zaubers in Louisiana veranlasste den damaligen spanischen Gouverneur Ende des 18. Jahrhunderts sogar, die "Einfuhr" weiterer Sklaven zu unterbinden. och in den Folgejahren kamen auch immer mehr Weiße, vor allem Franzosen aus den Kolonien Westindiens, und auch sie waren von der Religion angetan. So erlangte der Voodoo - Kult im beginnenden 19. Jahrhundert immer mehr an Bedeutung in New Orleans. Interessanterweise entwickelte sich dabei gerade in New Orleans in einigen Punkten eine Symbiose mit Prinzipien des Katholizismus. Bilder der heiligen Jungfrau Maria und Ikonen anderer Heiliger schmücken nicht selten die Voodoo - Altäre.
Hauptversammlungsplatz der Voodoo - Anhänger damals war ein Park am Lake Pontchartrain, wo richtige Orgien abgehalten wurden. Man versuchte - veranlasst durch Lobbyisten der "klassischen" katholischen Kirche - diese Voodoo - Sitzungen zu verbieten. Ein weiterer Grund dafür war auch die Angst, es könne hier eine Sklavenrevolte angeheizt werden.
Als man merkte, dass ein Verbot nicht durchzusetzen war, wurden Voodoo - Versammlungen nur noch an Sonntagen auf dem Congo - Square ( beim heutigen Municipal Auditorium im Armstrong Park ) erlaubt. Ziel war es, die Bewegung auf diese Weise unter Kontrolle zu behalten. Doch dieses inspirierte zunehmend alle Bevölkerungsschichten, sich dieses Treiben mit Tänzen, Trommelmusik und merkwürdig verkleideten Menschen anzuschauen. Schon bald war es große Mode, sich mit einem Picknickkorb an den Rand des Geschehens zu setzen - und später auch daran teilzuhaben.
Der wichtigste Tag der Voodooisten war uns ist der St. John's Eve ( 23. Juni ): Die Voodoo - Königin tanzte dann mit der großen Schlange. In Trance versetzt, tranken die Anhänger Blut von schwarzen Katzen, aßen lebendige Hühner, und es wird sogar behauptet, dass sie gegenseitig am Blut des anderen geleckt haben. Dass bei dieser Kultveranstaltung auch noch kleine Särge zugegen sein mussten, führte bei vielen Creolen zu dem Glauben, in ihnen würden gekidnappte und getötete weiße Babys liegen. Heute sind die Sitten und Gebräuche an diesem Tag nicht mehr so "haarsträubend".
Zwei Personen hatten eine große Bedeutung in der Voodoo - Welt des damaligen New Orleans:
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Eine davon war Marie Laveau ( es gab eigentlich zwei Königinnen dieses Namens: Mutter und Tochter ). Marie Laveau I. ( 1796 - 1881 ) wurde 1830 Voodoo - Queen. Ihre Anhänger reisten aus ganz Amerika an, um sich von ihr heilen, bzw. die Zukunft voraussagen zu lassen, und zu ihren Verehrern gehörten ranghohe Lokalpolitiker und führende Geschäftsleute. Eigentlich war sie eine einfache Friseurin. Sie verstand es aber, die Erzählungen der Damen der gehobenen Gesellschaft zu deuten und umzusetzen. Sie holte sich aber den größten Teil ihrer Informationen von den Bediensteten der Reichen, denen sie zu diesem Zwecke mit Voodoo - Ritualen vorher Furcht einflößte und sie so gesprächig machte. Bevor sie Voodoo Queen wurde, heißt es, habe sie ihre "Konkurrentinnen" alle mit Voodoo - Zauberei getötet. Es wird außerdem gesagt, dass idem Haus von Marie Laveau eine 6 Meter lange Python gelebt hat und dass zu ihren Fetischen sogar mumifizierte Baby - Skelette gehört haben sollen. Ihre Tochter setzte ihrer "Regentschaft" fort. Das Grab von Marie Laveau I. befindet sich heute auf dem St. Louis No. 2 Cemetery. Ihre Anhänger meinen, dass ihre Seele ewig weiterleben wird. |
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Die zweite Persönlichkeit war Doctor John, der von sich behauptete, ein senegalesischer Prinz zu sein und dessen Wahrsagungen in der Mitte des letzten Jahrhunderts bis in die höchsten Kreisen erhört worden sind. Kenntnisse über die Lebensumstände seiner Anhänger erhielt auch Doctor John durch sein "Spione", meist Bedienstete in den Häusern der entsprechenden Personen. Er gilt übrigens als einer der Lehrmeister von Marie Laveau. |
Der Voodoo - Kult lebte und lebt auch heute noch großenteils von seinen Fetischen ( Gris-Gris ). Einer der bekanntesten ist die "Mojo-Hand": ein Stück Stoff, in den Überreste von verstorbenen Reptilien und Vögeln ( und Menschen ? ) gewickelt sind und der dazu dient, ungeliebte Personen zu verhexen. Ein anderes Gris-Gris ist eine Wurzel, "Johnny the Conqueror" genannt, die für die Potenz förderlich sein soll. Weitere bekannte Heilmittel wären z. B. : die "Get-Together-Drops", die "Follow-Me-Drops", das "Liebes - Öl" und das "Verhexungsmittel für den Chef". Doch auch die moderne Schulmedizin hat die Kraft der Voodoo - Medizin erkannt, und Voodoo - Ärzte werden des Öfteren von hoch dekorierten Wissenschaftlern konsultiert, speziell, wenn es um die Behandlung von Schizophrenie geht.
Übrigens: 15% der Bevölkerung von New Orleans praktizieren auch heute noch den Voodoo - Kult.
Entnommen aus: Reise - Handbuch USA / Süden - Dirk Kruse - Etzbach / Iwanowski's Reiseverlag - ISBN 3-923975-49-X

Voodoo - Geschichte und Praktiken des Voodoo
Die westliche Welt hat vom Voodookult ein sehr Furcht einflößendes Bild.
Viele denken sofort an hohläugige Zombies, skrupellose Zauberer die bei Vollmond schwarze Hühner schlachten und Puppen mit Nadeln durchbohren. Es schleichen sich Bilder von Versammlungen ekstatischer Kultanhänger ein, die in ritueller Trance zu hypnotischen Trommelrhythmen tanzen und den Eindruck erwecken einer Massenpsychose anheim gefallen zu sein.
Solche Zerrbilder werden zweifellos dadurch begünstigt dass rituelle Besessenheit im Voodoo tatsächlich eine zentrale Rolle spielt: Gottheiten des Kultes dringen in den Betreffenden ein und ergreifen vorübergehend Besitz von ihm. Den Zustand, in den der Besessene hierdurch gerät, bezeichnet man als Enstase - im Gegensatz zur Extase, während der sich die Seele auf Wanderschaft befindet. Besessen kann man aber nach christlicher Anschauung nur von Satan und seinen höllischen Heerscharen sein - womit die westliche Welt abermals beweisen wollte dass es sich beim Voodoo um einen abscheulichen Teufelskult handeln müsse.
Diese Einschätzung ist jedoch von der Wirklichkeit des haitianischen Voodoo in Vergangenheit und Gegenwart weit entfernt. Tatsächlich wäre es nur eine geringfügige Übertreibung zu behaupten dass der Voodooismus nicht etwa ein Teufels- sondern ein Engelskult sei. Worauf man jedoch hinzufügen muss das die Engel (Loas, Mystéres, Zanj) des Voodoo keinerlei Ähnlichkeit mit jenen pausbäckigen Kindergestalten aufweisen, die wir aus der christlichen Darstellung der Engel kennen.
Der Haitianische Voodooismus ist eine Sklavenreligion, gefügt aus kulturellen Trümmern, aus bruchstückhafter Erinnerung an Götter, Gebete und Rituale, die mit den Sklaven aus Dahome, Kongo oder Nigeria in die Neue Welt verschleppt wurden.
Die erste Schiffsladung Sklaven traf bereits Anfang des 16. Jahrhunderts an der Küste Haitis ein.
Der haitianische Voodoo grenzt sich von den autochthonen Voudounkulturen im heutigen Benin wie auch von den afroamerikanischen Rudimenten des Voodoo, die etwa in der Gegend von New Orleans, USA unter dem Namen "Hoodoo" bekannt sind, ab.
Das mythische "Dahome" oder "Guinée" des Voodoo, Gegenstand ritualisierter Anrufungen während der Voodoozeremonien, hat sich von den realen afrikanischen Landschaften namens Guinea oder Dahome (im heutigen Benin) vollständig abgelöst. Etliche der wichtigsten Gottheiten stammen zwar ursprünglich aus den einstigen Königreichen Afrikas, aus denen wurden sie aber gleichsam in den Köpfen der Versklavten verschleppt.
Wenn heute im Voodooismus erklärt wird das "Dahome" oder "Guinée" die Heimat der Götter und Geister ist, ist allen klar dass es sich nicht um das wirkliche Afrika handelt, sondern sich auf eine mythische Unterwasserwelt bezieht, zu der die Voodooisten durch rituelle Praktiken in Kontakt treten.
Im Zentrum dieser Riten steht wie gesagt die Besessenheit. Die angerufene Gottheit taucht aus der Unterwelt empor und manifestiert sich in der Menschenwelt, indem sie sich in einem Ritualteilnehmer verkörpert.
Die Gottheiten und Geister selbst, sofern sie nicht provisorisch einen Menschen in Besitz nehmen, sind unsichtbar. Als Gesamtheit nennt man sie daher auch "les Invisibles", ein Begriff, der von den höchsten Göttern bis zu den geringsten Geistern alle unverkörperten Wesen umfasst.
Wie in vielen Mythen stellt auch die Kosmologie des Voodoo die Menschenwelt als eine auf dem Wasser schwimmende Insel vor. Darunter, lotrecht abwärts in unausmeßbarer Tiefe, befindet sich das sagenhafte "Guinée" oder "Dahome", die Welt der Invisibles, der Götter, Engel und verewigten Ahnen.
In der Bildlogik des Voodoo berühren sich diese beiden Welten nur an einem einzigen Punkt, dargestellt als Schnittpunkt im Zentrum eines aufrecht stehenden gleichschenkligen Kreuzes: Der horizontale Balken repräsentiert die Welt der Sterblichen, der vertikale steht für die Achse, die in unvorstellbare Tiefe reicht, bis hinüber in die jenseitige Welt.
Diese symbolische Bedeutung erklärt, weshalb dem Kreuzzeichen in jedem Voodooritual eine zentrale Rolle zukommt: Zur Anrufung der Gottheit, deren Erscheinen man erbittet, zeichnet der Hungan (der Voodoopriester), das Vévé des betreffenden Invisible auf den Boden - das Symbolzeichen der Gottheit, dessen Grundgerüst stets aus einem Achsenkreuz besteht.
Auch das zentrale Requisit jedes Voodootempels, der Mittelpfosten oder "Poteau - mitan" stellt nichts anderes als jene vertikale Achse dar, die den Tunnel zur Götter- und Geisterwelt bildet.
Voodoo heute:
Viele Leute denken bei Voodoo an Gris Gris oder Zaubersprüche. Diese Praktiken sind eigentlich Hoodoo und nur ein Teil des eigentlichen Voodoo.
Voodoo ist eine Religion mit vielen Anhängern in New Orleans, und es werden ständig mehr. Es gibt viele Voodoo-Tempel oder –Kirchen in der Stadt, und andere überall in den Staaten. Afro - Amerikaner betrachten es als eine Tradition, weiße -und davon gibt es viele in der Religion- werden davon angezogen weil es exotisch ist.
Es gibt einige neuere Strömungen, die Voodoo-Elemente aus Haiti und sogar Afrika mit einbeziehen. In New Orleans gibt es viele Voodoo-Anhänger die Gris Gris verkaufen, die Zukunft voraussagen, Glück bringen... und manchmal Unglück.
Hoodoo:
Hoodoo bezeichnet die magische Tradition aus dem Süden. Hoodoo ist eine Abart des Voodoo. Viel Gris Gris ist ähnlich, aber Hoodoo hat nicht die religiösen Aspekte des Voodoo.
Gris Gris Beispiel:
Um deinem Kind Sicherheit zu geben, schneide eine Locke seines Haares ab, solange es noch ein Baby ist, und behalte sie. Das Kind benötigt sein ganzes Haar, bevor es sterben kann.
Magie im Voodoo:
Bei den weißen Zauberpraktiken unterscheidet man zwischen der Abwehr von Schadenszaubern und der eigentlichen weißen Magie, die dem Auftraggeber gewisse Vorteile verschaffen soll.
Die schwarzen Zauberpraktiken sollen einem anderen Menschen schaden zufügen, teilweise bis zum Tod.
Abwehrzauber
Hierzu gehören die Talismane als Glücksbringer und die Amulette zur Abwehr von Schadenszaubern. Die weitverbreiteste Form dieser Amulette heißen Makandal.
Das Makandal wird aus verschiedenen Zutaten (u.a. Körperteilen von Mensch und Tier und Schießpulver) hergestellt, in eine Flasche gegeben und bei Neumond vergraben. Beim folgenden Neumond gräbt man es wieder aus und taucht einen Zahn hinein, den man künftig an einer Schnur um den Hals oder der Hüfte tragen wird. Anschließend wird die Flasche wieder verschlossen und neuerlich eingegraben.
Den Vorgang sollte man zwei- bis dreimal jährlich wiederholen, da die "Wachekraft" dieser Mixtur mit der Zeit nachlässt.
Ein solches Makandal wirkt gegen übernatürliche Angriffe übelwollender Geister.
Die magische Lampe
Um sich auch zu Hause vor fremden Schadenszaubern zu schützen oder um eine erwünschte Wirkung der positiven Art (Glück, Reichtum etc.) hervorzurufen kann man eine magische Lampe anfertigen.
Sie besteht aus einem beliebigen Behälter, z.B. einer Schale, die man mit Öl füllt. Dann nimmt man zwei Knochensplitter, die über Kreuz auf das Öl gelegt werden, dann wird zwischen die Splitter der Docht geklemmt, damit der nicht untergeht.
Die Lampe muss dann von einem Voodoopriester geweiht werden damit sie wirken kann.
Es ist auch wichtig die Loas anzurufen, deren Beihilfe nötig ist.
Wenn der Docht entflammt wird spricht man seinen Wunsch aus und dann muss die Lampe ununterbrochen brennen, bis die Geister ihr Werk vollbracht haben.
Außerdem muss man jeden Tag genau in dem Moment, in dem die Sonne im Zenit steht, Öl in die Schale nachfüllen. Dabei muss man ein Sprüchlein aufsagen.
Wenn man einem Feind schaden zufügen möchte muss man Knochensplitter zur Fixierung des Dochts verwenden.
Magische Bäder
Wenn man von einer Krankheit gepeinigt wird oder vom Unglück verfolgt wird kann man sich mit einem Zauberbad vom Pech oder den negativen Energien reinigen die einem anhaften.
Bei diesem Ritual muss sich der Betroffene mit einer aromatischen Essenz, die hauptsächlich aus wilden Kräutern und Pflanzen besteht, einreiben.
Dann gibt man in das heiße Badewasser Zutaten wie Jasminblüten, Mandelbestandteile, Champagner, "Wasser der Loas" etc. Dann muss man sich in das Bad legen und regungslos eine halbe Stunde ausharren. Dabei muss man immer wieder den Schlangengott Damballah anrufen.
Magische Heilpulver
Die meisten Hungans unterhalten regelrechte Zauberapotheken aus denen sie Pulver und Tinkturen für jede Gelegenheit hervorziehen können. Die meisten Mittel wären auch in unserem Sinne als heilkräftig einzustufen, die meisten Pulver dienen jedoch ausdrücklich der Bekämpfung von "Krankheiten übernatürlicher Herkunft", was ein sehr dehnbarer Begriff ist.
Wenn man sich matt und mutlos fühlt, bekommt man ein Pulver das die "auszehrenden Dämonen von einem nimmt". Unfälle und Unglücksfälle haben gleichfalls "übernatürliche Ursachen".
Sogar ein geplatzter Autoreifen oder eine umgefallene Leiter lassen sich bei längerer Nachforschung auf übernatürliche Ursachen zurückverfolgen und gegen jede dieser Quellen haben die Hungans eine Zaubertinktur oder ein Wunderpulver anzubieten.
Seele herausziehen
Wenn man feststellt das einem übelwollende Personen oder Dämonen die Seele stehlen oder beschädigen wollen kann man sich an den örtlichen Hungan wenden. Der unterzieht einen einer spirituellen und körperlichen Reinigungsprozedur. Dann stellt er aus verschiedenen Körperteilen von Mensch und Tier die Ingredienzien die den Gros-bon-ange des Betreffenden darstellen, die werden in einem Pot-tét untergebracht, einem Kruf den der Hungan versiegelt und künftig in seinem Altarraum verwahrt.
Damit gilt die Seele als aus dem Kopf "herausgezogen" und die übelwollenden Angreifer können sie nun nicht mehr stehlen außer der Hungan hat den Pot-tét in seine Obhut genommen, stünde mit den schwarzmagischen Aggressoren heimlich im Bunde.
Begrenzen von übelwollenden Dämonen
Ein Hungan kann um einen räumlichen Bezirk einen magischen Schutzwall errichten, so dass dort keine unerwünschten Dämonen eindringen können.
Auffinden von Wangas
Die Hungans werden oft gebeten einen Zauber zu brechen der auf einem Haus oder Anwesen lastet.
Bei den Wangas handelt es sich meist um eigentümlich bunte Bündel, die vom beauftragten Bokor mit der erwünschten Schadensmagie aufgeladen worden sind. Anschließend werden sie in der Umgebung desjenigen, dem man ein Übel zufügen will, verborgen.
Der zur Hilfe gerufene Hungan muss das Wanga nun auffinden. Dazu beauftragt er auch oft seine Hunsis.
Wenn er das Wanga gefunden hat muß er es sofort ins Freie bringen wo seine Hunsis schon ein Feuer entzündet haben. Im nächsten Moment geht das Wanga schon in Flammen auf.
Durch das Verbrennen des Wangas wird die negative Energie auf den Verursacher zurückgelenkt. Versenken des Wangas in tiefem Wasser soll übrigens den gleichen Zweck erfüllen; auf jeden Fall muss der Hungan beim entschärfen des Wangas sehr sorgfältig vorgehen, sonst vervielfacht das Wanga seine Wirkung.
Vermehrungszauber
Dazu zählen Regenzauber, Liebeszauber und natürlich die Schatzmagie.
Verzauberung mit Puppen
Der Bokor fertigt eine Puppe an der verschiedenen Dinge befestigt werden, dann werden bestimmte Stellen der Puppe mit einer Nadel durchbohrt. Anschließend wird die Puppe in Erde vergraben, die eine Auflösung der Puppe beschleunigt. Im gleichen Maß wie die Puppe vermodert, wird sich auch die Persönlichkeit des Verzauberten auflösen. Dieser wird seine Willenskraft, sein Gedächtnis, seine Vitalität und schlussendlich seinen Verstand verlieren.
Auf eine ähnliche Weise kann man auch seinen Feind verwirren und erniedrigen.
Wenn die Puppe z.B. kniet, wird der Verzauberte ebenfalls gedemütigt und niedergedrückt etc.
Zombies:
Zu allererst muss man sagen das Bokors keine Toten zum Leben erwecken können.
Aber sie können Menschen in einen Zustand versetzten der als "klinisch tot" oder "hirntot" einzustufen ist.
Bokors können solche "toten" und bereits begrabenen Menschen jedoch "wieder zum Leben erwecken".
Diese Zombies sind aber ohne eigenen Willen, sie sind einfach nur körperlich intakte Automaten die ihrem Herrn dienen und schon gar nicht sind sie unverwundbar, verfügen über keine übernatürlichen Kräfte und verwandeln sich auch nicht in Geister oder Monster.
Also, die Höchststrafe in einer Voodoogemeinde, z.B. für Mord, ist, zum Zombie gemacht zu werden.
Man unterscheidet zwischen Zombie cadavre und Zombie astrale.
Die körperlichen Zombies (Zombie cadavre) sind wiedererweckte Tote, deren Seele (Geist, Bewusstsein) zum größten Teil abhanden gekommen ist.
Die Astralzombies (Zombie astrale) sind umherirrende Seelen oder Geister die von einem Bokor eingefangen worden sind. Sofern dieser Raub der Seele erst dann erfolgt, wenn der Betreffende bereits physisch tot ist (und zwar so tot dass ihn ein Bokor nicht wiedererwecken kann).
Raubt er einem Menschen die Lebensgeister im Zuge einer Erschaffung eines "Zombie cadavre", dann wird die Person in zwei Teile zerspalten. In den Astralzombie, der dem Bokor fortan als Baka dienstbar ist und den körperlichen Zombie, der als Roboter und Sklave alles ausführen muss, was sein Herr ihm auftragt.
Ein Zombie wird erschaffen, indem ihm ein Trunk eingeflößt wird der ein außerordentlich starkes Gift enthält, das jede Person in einen todesähnlichen Zustand versetzen kann. Das Opfer fällt in einen tiefen Schlaf, der Atem verringert sich auf ein Minimum, das Herz schlägt langsamer. In Kulturen wie dieser z.B. auf Haiti, sind die Naturvölker noch nicht so weit, um zu erkennen, dass das Opfer nicht tot ist und begraben ihn. Hier bei uns könnte das nicht passieren. Unsere Medizin würde die Situation erkennen....
Dann wird der klinisch Tote begraben und nach drei Tagen in einem grauenvollen Schwebezustand zwischen Leben und Tod wird er vom Bokor wieder ausgegraben. Er wird schwer misshandelt, was damit erklärt wird, das man den Astralzombie daran hindern müsse in den Körper zurückzukehren.
Dann flößt man ihm einen Brei aus einem Stechapfelähnlichem Gift ein, das ihm die Sinne vollends benimmt.
Aus der Verwirrung und Desorientierung in die er nun stürzt wird der Exhumierte nie mehr erwachen. Er ist nun endgültig zum Zombie geworden.
Das Grab wird nun verschlossen, damit der Raub und die Wiederbelebung des Leichnams nicht entdeckt werden.
Der Zombie wird dann zu seinem neuen Herrn gebracht, der einen hohen Preis für seinen Sklaven bezahlt hat.
Die Lebenserwartung eines Zombies ist max. 12 Monate.
Nach voodooistischer Anschauung verfügt der Zombie deshalb über keinen eigenen Willen mehr und nur noch über ein Minimum an Bewusstheit, weil ihm der Bokor nur einen winzigen Lebensfunken gelassen hat. Körperlich sind Zombies zu gewaltigen Leistungen fähig, doch selbst die Entscheidung an einer Kreuzung nach links oder nach rechts zu gehen, überfordert sie bei weitem.
Sie werden meistens als Arbeitstiere in der Landwirtschaf eingesetzt, in anderen Fällen dienen sie, zumal im heutigen Haiti auch als Sklaven abseitiger Gelüste, denen man sich in gewissen diskreten Clubs hingibt.
Sie werden auch für Raub und Diebstahl eingesetzt, oder in Wanderzirkussen vorgeführt.
Fast alle Haitianer fürchten das sie selbst als Zombies versklavt werden könnten. Dagegen kann man jedoch etwas tun. Die Hungans empfehlen einen Toten, von dem man fürchtet dass ihn ein Bokor manipulieren könnte, ein zweites Mal zu töten. Zu diesem Zweck hängt man die Leiche auf, spritzt ihr ein tödliches Gift oder treibt ihr gar einen Pfahl ins Herz.
Das sind zwar sehr sonderbare Methoden die letzte Ruhe eines Menschen zu sichern, aber die Aussicht als lebendiger Toter wiedererweckt zu werden ist einfach zu schrecklich.
Die Wurzeln des Voudoun:
Voudoun ist die ursprüngliche afrikanische Religion. Der Name Voudoun ist genaugenommen der zusammenfassende Überbegriff für die verschiedenen Stammesreligionen. Der Begriff Voodoun mag bekannt klingen.
Das was man in den USA als „Voodoo“ kennt, ist nichts anderes, als eine Mischung aus Elementen des Voudoun mit europäischen Religionen- vor allem Katholizismus.
Sämtliche Unterkulte des afrikanischen Voudoun haben bestimmte Gemeinsamkeiten. Die größte Bedeutung hat die Anbetung eines umfangreichen Götter- und Geisterhimmels. Darin unterscheiden sie sich vom Monotheismus des Christentums und des Islams.
Einige der Gottheiten sind mächtige Elementargeister, andere haben ganz bestimmte Aufgaben oder sind an ganz bestimmte Orte gebunden. Auch mächtige Stammesfürsten werden nach ihrem Tod als Geister verehrt. Diese Form der Geisteranbetung macht das Voudoun so anpassungsfähig. Bei so vielen Geistern kann man problemlos neue hinzufügen, wie zum Beispiel die Jungfrau Maria.
Die Wurzeln des Voudoun scheinen so alt zu sein wie die Menschheit selbst. Sie gibt einige Gemeinsamkeiten mit einigen heidnischen Bräuchen:
Baumgeister, Totenkult, Verehrung von Tieren, ...
Es gibt immer noch einige Phänomene in diesen Religionen, für die wir keine Erklärung haben. Es gibt in Afrika Bokors, deren übernatürliche Fähigkeiten unsere Wissenschaft vor ein Rätsel stellen. Im Voudoun und im Voodoo werden die Geister Loa genannt. Während einer Voudoun - Zeremonie werden die Gläubigen von der Loa in Besitz genommen. Sie werden „geritten“. Der menschliche Anhänger wird als Pferd gesehen, der den göttlichen Reiter trägt. Ein Mensch der von einer Loa geritten wird, nimmt die Eigenschaften der Loa an. Im Endeffekt dient er nur noch als Hülle für das übermächtige Wesen. Die ältesten Loas sind: Damballah, der große Schlangengott; Erzulie, die „Herrscherin“ über die Liebe; Papa Nebo, der Gott des Todes; Agwe, der Geist des Wassers; Legba, der Geist der Wegkreuzungen und der schlimmste und gefährlichste von allen Ogun Badagris, der Herr der Zerstörung.
Die Tempel im Voudoun nennt man Hounfours. Die Priester nennt man Houngan oder Bokors, die Priesterinnen Mamaloa.
In jedem Voudoun Hounfour gibt es einen rituellen Kreis, in dessen Mitte sich ein Stab befindet, der Poteau-Mitan. Den Boden des Kreises bedeckt ein Vévé. Das ist ein Muster aus speziellen Symbolen. Jeder Stamm hat sein eigenes Vévé, dessen Muster der Loa des Stammes entspricht. Während einer rituellen Zusammenkunft tanzen die Gläubigen unter der Aufsicht eines Bokors und einer Mamaloa oder Hohepriesterin.
Während der Rituale wurden Kultobjekte benutzt, wie zum Beispiel die Kürbisflasche oder Asson, das Opfermesser oder Kuh-Bha-Sah, die kultische Peitsche oder Fwet - Kash, und der Opfersarg oder Seke Madulé. Die Mamaloa ist das mächtigste Mitglied einer Voudoun - Sekte. Voudoun ist ein absolut matriarchalisches System. Selbst der Bokor weiß, dass seine Macht beschränkt ist.
Schwarzes Voudoun / Voodoo:
Wie jede Religion, kann der Glaube positive oder negative Züge annehmen. Er kann für gute und böse Zwecke genutzt werden. Das Christentum zum Beispiel kennt Doppelgänger und Satanismus. Jedes Mal wenn man ein Bild benutzt, um das Böse zu erklären, wird es ein Verrückter anbeten.
Dasselbe gilt für Voudoun. Es gibt Leute die sich von den blutigen, dunklen Loa angezogen fühlen, um persönliche Macht von ihnen zu erhalten.
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Asson - Ist die heilige Rassel der Voodopriester, die diese erst nach ihrer Einsetzung führen dürfen. Assoto - Die heilige Trommel des Voodoo kann mehr als zwei Meter in der Höhe messen. Bagui - Altarraum eines Humfó, in dem die heiligen Gegenstände aufbewahrt werden. Baka - Ein übler Dämon, ein vom Bokor gekaufter Loa oder Zombie astrale. Bokor - Voodooistischer Experte für Schadenszauber, Voodoopuppen, etc. Wird fälschlicherweise dem Hungan gegenübergestellt, ist aber der gleiche, nur bei diesem Ritual in anderer Funktion. Bondieu - Oberster Schöpfergott des Voodoo, transzendente Gottheit, die in das irdische Geschehen nicht eingreift und bereits die Schöpfung selbst durch die obersten Loas bewerkstelligen ließ. Gris-Gris-Bag - Zauberbeutel, magisches Paket, mit dem man Glück anziehen und Schaden abwehren kann. Gros-Bon-ange - "Großer guter Engel", die individuelle und unsterbliche Seele der Voodooisten, die nach dem physischen Tod einer Person in die Unterwelt der Geister zurückkehrt. Houngenikon - Oberster Rang bei der Priesterausbildung im Voodookult. Er führ gemeinsam mit dem Hungan oder der Mambo wesentliche Teile des Rituals aus. Hounfours - Tempel des Voodoo, Heiligtum. Hungan - Priester des Voodoo. Hunsi - "Gemahlin des Geistes", Gehilfe oder Gehilfin des Voodoopriesters. Invisibles - Die Unsichtbaren, die Gesamtheit der Geister. Kay-mysté - "Hütte des Geistes", Raum oder Gebäude innerhalb eines Humfó, der einem bestimmten Loa geweiht ist. Libation - Trankopfer für die Loas, meist in Form von Clairin (Zuckerrohrschnaps). Loa - Gott, Geist, Engel, Dämon des Voodoo. Mamaloa - Priesterin des Voodoo. Manjé-loas - Speisung der Geister, Opferzeremonie. Manjé-tambour - Zeremonielle Speisung der Trommelgötter. Marrons - Entflohene Sklaven, Wegbereiter des Voodoo und der Revolution Migan - Ritueller Trunk, der hauptsächlich aus Opferblut besteht. Mystéres - Geister, Loas, Invisibles. Peristyl - Innenhof, offen oder überdacht, im Voodooheiligtum, in dem die Zeremonien zu Ehren der Loas stattfinden. Petro - Einer der beiden Hauptriten des Voodoo: Anrufung der "bitteren" , aggressiven, auch der Magie zugeneigten Loas karibischer Herkunft. Poteau-mitan - Mittelsäule des Voodooperistyls. Pot-tét - Geweihtes Gefäß, das den Gros-bon-ange des Voodoo-Initiierten enthält. Priére Guinée - "Allerheiligenlitanei" des Voodoo. Rada - Einer der beiden Hauptriten des Voodoo: Anrufung der "sanften", beschützenden, defensiven Loas afrikanischer Herkunft. Société - Voodoogemeinde. Ti-bon-ange - "Kleiner guter Engel", kosmischer Energiefunke im Menschen und sein (unpersönliches) Gewissen. Vévés - Symbolische Zeichnung zur Anrufung der Loas. Voudoun - In der afrikanischen Fon-Sprache "Gott, Geist", Urform des Voodoos. Wanga - Individualisierter Schadenszauber, schädigt nur die Person, für die er bestimmt ist. Zanj - Geist, Engel, Loa, Dämon. Zombie astrale - Gelingt es einem Bokor die Seele einer Person zu rauben, so muss diese als "Astralzombie" dem Zauberer dienen, der sie beispielsweise als Baka einsetzt. Zombie cadavre - "Lebender Toter", der als willenloser Automat die Befehle seines Herrn ausführt. |
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